Putzanleitung für Naßsystem
Die vorliegenden Verarbeitungsrichtlinien gelten für die Planung, Anwendung und Ausführung der verputzten, wasserführenden Wandheizsysteme von Perihel auf verschiedenen Untergründen.Detaillösungen für spezielle Einzelfälle müssen zeitgerecht (bereits in der Planungsphase) in Abstimmung mit dem Hersteller und dem Putzverarbeiter gesucht werden.
Arten von Putzgründen
- Mauer-Hoch und Langlochziegel
- Hohl- und Vollblocksteine
- Leichtbeton (Blähton) – Steine und Elemente
- Porenbeton-Steine und –Elemente
- Normalbeton, Stahlbeton
- Zementgebundene Holzspansteine (mit oder ohne integrierter Zusatzdämmung)
- Zementgebundene Holzspan-Dämmplatten und Mehrschichtdämmplatten
- Zement- oder magnesitgebundene Holzwolle-Dämmplatten und –Mehrschichtdämmplatten
- Wärmedämmplatten: Kork, EPS, Mineralwolle
- Putzträger, Drahtziegelgewebe usw.
- Sonderbaustoffe: Mischmauerwerk, bestehende Putze
Der Putzgrund muss
- Ebenflächig
- Tragfähig und fest
- Ausreichend formstabil
- Nicht wasserabweisend, gleichmäßig saugend, homogen
- Rau, trocken, staubfrei, frei von Verunreinigungen
- Frei von Ausblühungen
- Frostfrei, bzw. über +5°C temperiert sein.
Anforderungen an den Putzgrund:
Grundsätzlich muss der Auftragnehmer von Putzarbeiten annehmen können, dass die zu verputzenden Flächen normgemäß, also nach den anerkannten Regeln der Technik hergestellt wurden.
Vor Beginn der Putzarbeiten ist der Putzgrund vom Auftragnehmer auf seine diesbezügliche Eignung zu prüfen.
Geeignete Putze:
Für Perihel Wandheizungen sind Putze geeignet mit dem Bindemittel Gips, Gips/Kalk, Kalk, Kalk/Zement oder Zement, aber auch spezielle, von bestimmten Herstellern empfohlene Sonderprodukte.
Gips- bzw. gipshaltige Putze, je nach Anteil des Bindemittels:
Kalkzement- und Zementputz, je nach Anteil des Bindemittels:
Kalk-Putze:
Lehm-Putze:
Sonder-Putze:
Kalkzement- und Zementputz, je nach Anteil des Bindemittels:
Kalk-Putze:
Lehm-Putze:
Sonder-Putze:
a) Gips-Putze
b) Gips/Kalk-Putze
c) Kalk/Gips-Putze
a) Kalk/Zement-Putze
b) Zement/Kalk-Putze
c) Zementputze
a) mit Luftkalk oder
b) mit hydraulischem Kalk
a) mit Lehm/Sand/Gerstenkorn
a) Hinweise der Putzhersteller sind zu beachten
Nicht geeignete Putze:b) Gips/Kalk-Putze
c) Kalk/Gips-Putze
a) Kalk/Zement-Putze
b) Zement/Kalk-Putze
c) Zementputze
a) mit Luftkalk oder
b) mit hydraulischem Kalk
a) mit Lehm/Sand/Gerstenkorn
a) Hinweise der Putzhersteller sind zu beachten
Aufgrund der schlechteren Wämeleitung sind Leichtgrund- oder Wärmedämputze für Wandheizsysteme nicht geeignet.
Besondere Hinweise:
- Bei zusätzlicher Verwendung der Wandheizung für Kühlzwecke ist darauf zu achten, dass keine Taupunktunterschreitung an der Rohroberfläche auftritt.
- Gipshaltige Putze werden für Innenräume mit erhöter Feuchtigskeitbelastung nicht empfohlen.
- Die Vorlauftemperatur darf bei gipshaltigen Putzen 45°C nicht überschreiten.
- Bei gipshaltigen Putzen wird ein Textilglasgitter mit Maschenweite mind. 7x7mm als Putzarmierung im äußeren Dritter der Putzlage eingebettet. Ein Arbeiten "Frisch auf frisch" ist zwingend erforderlich.
- Bei kalk- oder kalk/zementhaltigen Putzen kann ein Textilglasgitter mit Maschenweite mind. 7x7 mm, ebenfalls im äußeren Drittel eingearbeitet werden, wobei dies bei einlagiger Verarbeitung im ersten oder auch zweiten Arbeitsschritt erfolgen kann.
- Zur Verminderung der Rissgefahr wird bei verputzten Wandheizungssystemen die Ausführung mit Putzarmierung empfohlen.
- Bei zweilagiger Verarbeitung kann die Putzarmierung in die oberste Schicht der ersten Lage oder in die zweite Lage etwa mittig eingearbeitet werden.
- Eine größtmögliche Sicherheit der Rissminderung bei der zweilagigen Anwendung wird durch Aufspachteln eines Textilglasgitters, Maschenweite mind. 4x4 mm, auf die erhärtete Unterputzlage erreicht.
- Bei Bauteilen von mehr als 10 m Länge sind aufgrund thermischer Längenänderungen Fugen einzuplanen.
- Bei nachfolgenden dampfdichten Beschichtungen/Belägen (Fliesen) ist auf eine ausreichende Trocknung des Putzes zu achten.
Putzarbeiten dürfen ohne besondere Schutzvorkehrungen nur dann durchgeführt werden, wenn die Luft-, Stoff- und die Putzgrundtemperaturen über einen ausreichenden Zeitraum über +5°C betragen.
Frostfreiheit muss bis zum Austrocknen des aufgebrachten Putzes sichergestellt sein.
Einflüsse auf die Oberflächenqualität:
- Wind bzw. Zugluft bei nicht geschlossenen Baustellen
- Unterschiedliche Putzdicken
- Unterschiedlich saugender Putzgrund
- Ungünstige Austrocknungsbedingungen, z.B. durch:
- direkte Beheizung
- Einsatz von Entfeuchtungsgeräten
- Zu rasche Nachfolgearbeiten (Estrich, Maler)
- Qualität des verwendeten Putzmaterials
Putzgrundvorbehandlungen, wie z.B. Vorspritzen, Haftgrund etc. sind auf den vorhandenen Putzgrund bzw. Putzträger abzustimmen.
Ist ein Vorspritzen nötig, so kann es auch noch nach der Montage der Wandheizung aufgebracht werden.
Putzarmierung (Bewehrung):
Die Armierung von Putzen dient der Rissbegrenzung auf ein unschädliches Maß! Flächenarmierung mit Textilglasgitter u.ä. kann eine Rissbildung nicht mit Sicherheit verhindern, wohl aber das Risiko verringern.
Eingelegte Textilglasgitter min. 7x7mm
Textilglasgitter ist wie folgt einzulegen:
Textilglasgitter ist wie folgt einzulegen:
- Auftragen der Putzlage mit ca. zwei Dritteln der vorgesehenen Putzdicke
- Textilglasgitter einlegen (jeweils mind. 25 cm über den gefährdeten Bereich hinaus und mit mind. 10 cm überlappung)
- Auf eine möglichst ebene, straffe Einbettung ist zu achten
- Auftragen des restlichen Putzes bis zur vorgesehenen Dicke der Putzlage
- Bei Gipsputzen dürfen Flächen von max. 20qm in einem Arbeitsgang armiert und fertig geputzt werden. Auf "Frisch auf frisch"-Verarbeitung ist zu achten
- Die Mindestputzdicke über dem Rohrscheitel muss 5 mm betragen
Aufgespachtelte Textilglasgitter min. 4x4
Bei der Aufspachtelung (Einbettung) des Textilglasgitters ist darauf zu achten, dass:
Bei der Aufspachtelung (Einbettung) des Textilglasgitters ist darauf zu achten, dass:
- Das Textilglasgitter erst nach ausreichender Erhärtung des Unterputzes aufgebracht werden darf
- Das Textilglasgitter in die vorher aufgezogene Spachtelmasse eingedrückt wird
- Das Textilglasgitter allseits mit der Spachtelmasse überzogen ist
- Die vom Hersteller vorgeschriebene Schichtdicke eingehalten wird
- Die Überlappung der einzelnen Bahnen mind. 10 cm beträgt
- In Kreuzungspunkten (beim Zusammentreffen von mehr als 2 Lagen Textilglasgitter) "Klebedurchgriff" durch Ausschneiden gewährleistet ist!
Es ist zu beachten, dass durch armierte Putzflächen bei anschließenden, in gleicher Flucht liegenden, nicht zu armierenden Putzgründen Putzmehrdicken erforderlich werden können.
